Parzival ist einer der berühmtesten Helden des Mittelalters, denn er ist auserwählt Gralskönig zu werden. Zunächst wird er jedoch von seiner Mutter isoliert in der Wildnis erzogen. Unwissentlich ermordet er einen Verwandten, weil er dessen Rüstung braucht, um Artusritter werden zu können. Immer wieder scheitert Parzival in verschiedenen Situationen, weil er nicht gelernt hat, sich angemessen zu verhalten. Wie er seinen Weg vom tumben Tor zur Erlösung von Anfortas trotzdem meistert, wird im Seminar Schritt für Schritt entlang des mittelhochdeutschen Textes erschlossen. Dabei werden sowohl werkimmanente Themenkomplexe (z.B. Erziehung, Minne, Ritterschaft) als auch methodische Aspekte (z.B. Emotionsdarstellung, Gender-Konstruktionen, Gewaltästhetik) erarbeitet. Die Rezeption des Parzival-Mythos in verschiedenen Bilderzyklen legt es nahe, den medialen Transfer vom Text zum Bild vergleichend in die Seminararbeit einzubeziehen.

Das im Rahmen des Projekts SKILL.de (Strategien zur Kompetenzentwicklung: Innovative Lehrformate in der Lehrerbildung, digitally enhanced) veranstaltete Seminar versteht sich als Experimentierfeld eines integrativen Erwerbs von fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und medienbezogenen Kompetenzen. Während im ersten Teil des Semesters die Erschließung des Primärtextes durch (medien-)didaktische Konzepte und digitale Tools unterstützt wird, werden in den letzten Sitzungen Möglichkeiten einer Behandlung des Parzival-Stoffes im Deutschunterricht erkundet ‒ dabei werden die Ansätze des ‚Flipped/Inverted Classroom‘ und des kooperativen Lernens gemeinsam erprobt und evaluiert.

Bitte beachten Sie, dass im Rahmen des Seminars am 2. Juni 2020 eine ganztätgige Exkursion nach Wolframs Eschenbach durchgeführt wird!